TIPS

Im Laufe der Zeit habe ich einiges zur Bedienung und mit dem Umgang über Petroleumlampen erfahren, z. B. aus Kopien alter Bücher, von den Webseiten anderer Sammler oder aus eigenen Erfahrungen.

Zunächst muß gesagt werden, dass eine Petroleumlampe nicht irgendein Elektrospielzeug ist, welches man einfach in die Steckdose steckt und auf Knopfdruck Licht erzeugt. Hier ist etwas mehr Geduld, Pflege, Interesse und vor allem fachgerechter Umgang gefragt. Wenn man diese Dinge beachtet, funktionieren die alten Lampen sehr lange und zuverlässig.



Petroleum

Petroleum ist ein Destillationsprodukt aus Erdöl, wobei letzteres ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen ist. Durch die Destillation wird das Rohöl zunächst von den leichten Bestandteilen befreit die gefährlich, weil sehr schnell entzündlich sind. Zurück bleiben neben den leichten Bestandteilen auch schwere Öle und Teerbestandteile. Anschließend wird das so gewonnene Petroleum gereingt, d. h. von aromatischen Verbindungen befreit.

Petroleum hat einen Flammpunkt zwischen 55 und 75 Grad C und ist daher schwer entzündlich. Der Siedepunkt liegt zwischen 150 und 250 Grad C. Die Energiedichte von Petroleum liegt bei knapp 12 kWh pro Liter.

Petroleum ist ein weiträumiger Begriff. Manchmal werden dafür auch Begriffe wie Lampenöl oder Paraffinöl benutzt und umgekehrt. So weiß man oft gar nicht, was nun genau in der Flasche drin ist. Paraffinöl wird genau wie Petroleum durch Destillation aus Erdöl gewonnen. Allerdings ist das Herstellungsverfahren ein anderes wie bei Petroleum.

Für Petroleumlampen kann man Paraffinöl oder Petroleum verwenden. Wichtig ist, dass Petroleum zur Verwendung in Lampen hochgereinigt ist. Petroleum enthält sogenannte aromatische Verbindungen. Diese sind für Ruß, Geruch sowie Schadstoffentwicklung verantwortlich. Normal gereinigtes Petroleum, das auch als Putzpetroleum bekannt ist, enthält etwa 18 Prozent Aromate, während hochgereinigtes Petroleum lediglich nur 0,1 Prozent Aromate enthält.

Bei der Verwendung in Innenräumen sollte nur hochgereinigtes Petroleum oder Paraffinöl in den Lampen verwendet werden. Nicht geeignet ist das farbige Duftpetroleum oder Duftlampenöl. Die Zusatzstoffe bei dem Duftlampenöl, die für die schöne Farbe sorgen, verstopfen den Docht wodurch dieser nicht mehr so gut das Petroleum transportieren kann. Der Docht verbrennt und es fängt an zu rußen und zu stinken. Daher sollte man nur klares, hochgereinigtes Petroleum oder klares Lampenöl (Paraffinöl) verwenden! Es geht hier nicht um das Aussehen, sondern ganz einfach darum, dass die Lampe einwandfrei funktionieren soll!

Das neue Biolampenöl ist zur Verwendung in Petroleumlampen ebenfalls gänzlich ungeeignet, auch wenn etwas anderes auf der Flasche steht! Im Gegensatz zum hochgereinigten Petroleum oder Paraffinöl ist es deutlich dickflüssiger. Der Docht kann in diesem Fall nicht genug vom Brennstoff transportieren und verbrennt ebenfalls.

Ein leichter Geruch ist meiner Erfahrung nach auch bei hochgereinigtem Petroleum und guter Verbrennung vorhanden. Das ist aber normal und gehört einfach mit dazu. Allerdings wird wie bei allen Verbrennungsvorgängen Sauerstoff verbraucht. Werden Lampen in Zimmern betrieben, muß man für Frischluftzufuhr sorgen, man sollte also zumindest zeitweise das Fenster kippen.

Niemals sollte man in Petroleumlampen andere Brennstoffe wie Benzin oder Spiritus benutzen! Man riskiert akute Explosionsgefahr oder den Verlust seines Eigenheims. Es gibt zwar spezielle Lampen für Spiritus oder Benzin, die aber nur von Personen betrieben werden sollten, die sich wirklich damit auskennen!

Fällt ein brennendes Streichholz in Petroleum, geht es aus. Passiert das gleiche mit Benzin oder Spiritus, macht es Bumm. Benzin und Spiritus sind daher hochgradig gefährlich, wenn solche Lampen falsch betrieben werden oder in einem nicht wirklich einwandfreien Zustand sind!



Anzünden des Dochtes

Zum Anzünden des Dochtes muß zunächst, sofern vorhanden, der Blendschirm und der Glaszylinder abgenommen werden. Hat man eine Lampe mit einer Galeriehebevorrichtung, so entfällt das Abnehmen von Blendschirm und Glaszylinder.

Anschließend wird der Docht soweit hochgedreht, bis er gerade aus dem Brandrohr herausragt. Das Anzünden kann mit einem Streichholz oder Kaminfeuerzeug geschehen. Nach dem Anzünden werden Glaszylinder und Blendschirm wieder aufgesetzt.

Zunächst sollte die Flamme etwas niedriger gestellt und nicht gleich voll hochgedreht werden. Brenner und Glaszylinder sollen sich langsam erwärmen. Besonders der Glaszylinder wird dadurch geschont! Diese Aufwärmzeit liegt zwischen 5 und 15 Minuten, je nach Größe des Brenners. Bei einem 10-linigen Kosmosbrenner reichen etwa 5 Minuten Aufwärmzeit, bei einem 14-linigen Kosmosbrenner sollten es schon 10 Minuten und bei einem noch größeren Brenner 15 Minuten sein.

Dreht man die Flamme gleich nach dem Anzünden des Dochtes ganz hoch, kann es besonders bei einem großem Brenner passieren, dass sich durch die sofortige Hitze im Glaszylinder Risse bilden und der Zylinder früher oder später platzt!

Weiterhin wird bei einem warmen Brenner auch die angesaugte Luft stärker erwärmt, was eine bessere Verbrennung zur Folge hat.



Betrieb der Lampe

Nach der erwähnten Aufwärmzeit kann die Flamme hochgedreht werden. Als Grundregel gilt: Die Flamme nur so hoch drehen, dass sie nicht rußt! Das ist von Brenner zu Brenner verschieden und muß man ausprobieren. Auch das verwendete Petroleum und die Qualität des Dochtes spielen dabei eine Rolle. Bei einem Kosmosbrenner kann die Flammenspitze 2 Zentimeter über der Einschnürung des Glaszylinders liegen. Bei einem guten Brenner und Docht kann die Flamme sogar noch etwas höher gestellt werden, ohne dass sie rußt.

Auch wenn man nicht das volle Licht braucht, sollte man nie die Flamme weit herunterdrehen! Dabei wird erstens kaum Petroleum gespart und zweitens wird die Verbrennung unvollkommen, d. h. das Petroleum und die Kohleteilchen (Petroleum oder Paraffinöl besteht aus Kohlenwasserstoffen) werden nicht richtig verbrannt, weil die niedrige Flamme nicht genug Hitze entwickelt. Dies hat zur Folge, dass die Lampe anfängt zu stinken.

Eine hochgedrehte Flamme erzeugt dagegen genug Hitze, so dass im Glaszylinder ein gewisser Sog entsteht (Kamineffekt). Die warme Luft steigt im Zylinder rasch auf, wodurch von unten neue Luft und damit Sauerstoff an die Flamme geführt wird. Bei einer niedrigen Flamme ist dieser Effekt weniger ausgeprägt, weshalb weniger Luft und damit weniger Sauerstoff von unten an die Flamme geführt wird.

Bei zu hoch gedrehter Flamme wird die Anzahl der Kohleteilchen dagegen zu groß, als dass sie vollständig verbrannt werden können. Dicker schwarzer Qualm steigt aus dem Zylinder empor. Man spricht in diesem Fall auch von einer blakenden Lampe.

Es gab früher Untersuchungen zum Petroleumverbrauch, was man in alten Büchern heute noch nachlesen kann. Tatsache ist, dass bei einem Herunterdrehen der Flamme der Petroleumverbrauch ebenfalls sinkt, aber nicht im gleichen Verhältnis wie die Abnahme der Höhe der Flamme! In dem Buch "Über Beleuchtung mit Petroleum" von Dr. med. Carl Obenlieck wurde z. B. der Petroleumverbrauch einer Lampe mit einem 14-linigen Kosmosbrenner untersucht. Auf eine Helligkeit von etwa 10 Kerzen eingestellt betrug der stündliche Petroleumverbrauch 40 Gramm. Wurde die Flamme auf halbe Höhe heruntergedreht, was einer Helligkeit von etwa 5 Kerzen entsprach, sank der stündliche Petroleumverbrauch auf 32 Gramm!

Vorsicht, der Glaszylinder wird bei einer leuchtenden Lampe sehr heiß! Man sollte ihn keinesfalls berühren und auch keine kalten Gegenstände oder Flüssigkeiten mit ihn in Berührung bringen.



Sicherheitsratschläge beim Betrieb

Eine leuchtende Lampe sollte nie unbeaufsichtigt brennen! Besonders Flammscheibenbrenner können plötzlich hochbrennen und dabei stark anfangen zu rußen. So kann man sich schnell sein Zimmer ruinieren. Aber auch andere Brenner oder Kerzen sollten nie in Abwesenheit betrieben werden, sondern mössen vor Verlassen der Wohnung immer gelöscht werden!

Leuchtende Lampen sind keine Spielzeuge und daher von Kindern fernzuhalten! Auch ist stets auf einen guten Stand der Lampe zu achten, und vor allem darauf, dass spielende Kinder oder Tiere eine leuchtende Lampe keinesfalls umwerfen können.

Wer Petroleumlampen betreibt, sollte immer einen kleinen einsatzbereiten Feuerlöscher haben! Falls doch mal eine leuchtende Lampe umfallen sollte: Petroleum oder Lampenöl läßt sich nämlich nicht mit Wasser löschen!



Löschen der Lampe

Zum Löschen der Lampe gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Einige Brenner haben sogar eine Löschvorrichtung, aber meist ist das nicht der Fall. Oftmals wird eine Lampe dadurch gelöscht, dass der Docht soweit heruntergedreht wird, dass die Flamme erstickt. Das soll aber nicht immer vorteilhaft sein. Wenn durch die Dicke des Dochtes bedingt dieser nicht vollständig das Brandrohr ausfüllt, können durch ein weites Herunterdrehen des Dochtes brennende Kohleteilchen zum Tank herunter geraten und hier eventuell vorhandene Gase zur Entzündung bringen.

Am häufigsten wird empfohlen, die Flamme niedrig einzustellen und anschließend einmal kräftig schräg von oben in den Zylinder zu pusten. Dadurch wird die klein gestellte Flamme gelöscht. Man sollte aber nie eine hochgedrehte Flamme auf diese Weise versuchen auszublasen, weil so eventuell Teile der Flamme durch das Brandrohr nach unten zum Tank herunter schlagen können.

Eine gelöschte Lampe muß immer erst abkühlen! Hier ist Vorsicht geboten, denn der Glaszylinder ist nach dem Löschen noch sehr heiß! Bevor er nicht abgekühlt ist, sollte man ihn keinesfalls anfassen.

Nicht nur durch eine rasche Erhitzung, sondern auch durch eine zu rasche Abkühlung können sich Risse in einem Glaszylinder bilden! Besonders bei großen Lampen ist es vorteilhaft, wenn der Glaszylinder langsam abkühlen kann. Dazu dreht man die Flamme einige Minuten vor dem Löschen leicht herunter. Erst danach wird die Flamme niedrig gedreht und durch Blasen in den Zylinder gelöscht.



Dochtpflege bei Flachbrennern

Am einfachsten ist die Dochtbehandlung beim Flachbrenner. Der Docht sollte gerade aus dem Brandrohr herausschauen. Ist das nicht der Fall, kann man ihn mit einer Schere gerade schneiden.



Dochtpflege bei Rundbrennern

Bei neuen Lampen muß der Docht erstmal betriebsbereit gemacht werden. Meist schaut er an der Stelle, wo die beiden Enden des Dochtes zusammenstoßen, oft nicht ganz so hoch aus dem Brandrohr heraus, wie an den anderen Stellen. So darf man die Lampe keinesfalls in Betrieb nehmen, denn das würde eine schiefe Flamme ergeben. Die Flamme wäre auf der einen Seite hoch, auf der anderen Seite dagegen nur sehr niedrig. Durch die ungleichmäßige Hitzebelastung kann in diesem Fall der Glaszylinder Risse bekommen und springen.

Was nicht funktioniert ist, den Docht durch Ziehen gerade zu bekommen! Auch das versuchsweise Abschneiden des Dochtes über dem Brandrohr mit einer Schere ist nicht empfehlenswert, denn es gibt immer einige Stellen im Docht, wo etwas mehr Petroleum transportiert und nach oben vergast wird. Daher wird man auch mit einem sichtbar exakt gerade abgeschnittenen Docht nicht unbedingt eine überall gleichhohe Flamme erzielen!

Die beste Möglichkeit ist, den neuen Docht zunächst hochzudrehen, dass er überall aus dem Brandrohr zumindest einige Millimeter herausragt. Anschließend wird der Docht von oben gleichmäßig mit Petroleum befeuchtet, z. B. mit einer Pipette, oder man nimmt den Brenner und taucht den oberen Teil mit dem Docht kurz in Petroleum ein. Danach wird der Docht angezündet und man läßt ihn abbrennen. Das sollte man aber nicht im Wohnraum, sondern nur im Freien machen, da es ordentlich qualmt und stinkt! Der Docht glüht dann gleichmäßig bis zum Brandrohr herunter ab. Anschließend wird die Asche mit dem Finger abgerieben und man erhält einen gleichmäßig abgebrannten und glatten Docht.


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Von einer neuen Lampe (links)
den Brenner vom Tank abnehmen und den Docht etwas herausdrehen (rechts)


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Brenner mit dem Docht kurz in Petroleum tauchen (links)
Brenner auf den Tank setzen und Docht anzünden (rechts)


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Das Abbrennen nicht im Wohnraum machen, es stinkt und qualmt! (links)
Den Docht z. B. im Freien oder der Garage ganz herunterbrennen lassen (rechts)


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Asche mit dem Finger im Uhrzeigersinn vom Docht reiben (links)
Zurück bleibt ein gleichmäßig abgebrannter Docht (rechts)



Nachfüllen von Petroleum

Der Tank sollte niemals ganz leer werden, denn sobald das Petroleum ausgeht, beginnt der Docht zu verbrennen! Also muß immer regelmäßig nachgefüllt werden. Der Tank sollte aus Sicherheitsgründen immer nur zu etwa zwei Drittel und niemals bis zum Rand mit Petroleum gefüllt werden. Weiterhin darf niemals Petroleum bei einer brennenden oder nicht vollständig abgekühlten Lampe nachgefüllt werden!

Wird eine neue Lampe mit Petroleum gefüllt, braucht der Docht eine halbe bis eine Stunde Zeit, um sich richtig vollzusaugen. Nimmt man die Lampe zu früh in Betrieb, kann der Docht verbrennen, also lieber etwas warten.



Pflege der Lampe

Über die Pflege des Dochtes wurde oben schon etwas gesagt. Aber auch der Brenner und das Brandrohr sollten stets sauber gehalten werden. Für die Reinigung von Glaszylindern gibt es im Fachhandel spezielle Zylinderbürsten.

Eine gute Petroleumlampe funktioniert und hält bei guter Behandlung und Pflege ein Leben lang. Nur der Glaszylinder ist der ständigen Hitze mit der darauffolgenden Abkühlung nicht dauerhaft gewachsen. Irgendwann bekommt er feine Risse und springt und muß ersetzt werden. Für die geläufigen Brenner wie Flachdocht-, Kosmos- und Matadorbrenner kann man auch heute passende Glaszylinder nachkaufen.

Schwierig wird es mit neuen Glaszylindern bei speziellen Brennern, die heute nicht mehr hergestellt werden. Solche Brenner sollte man daher nur bei besonderen Anlässen betreiben und für den häufigen Normalbetrieb lieber gängige Flachdocht-, Kosmos- oder Matadorbrenner benutzen, für die man noch passende Ersatzzylinder bekommt.

Manchmal haben alte Brenner auch Glaszylinder, die eine Aufschrift tragen. Diese kostbaren Stücke sollte man unbedingt schonen! Das heißt, wenn eine solche Lampe leuchten soll, sollte man sich, soweit das möglich ist, einen passenden Ersatzzylinder aus heutiger Produktion beschaffen und die Lampe mit diesem betreiben.



Flammscheibenbrenner

Der Flammscheibenbrenner ist eine Weiterentwicklung des Kosmosbrenners, wie hier beschrieben. Durch die Brand- oder Flammscheibe wird die Flamme tulpenförmig ausgebreitet und dadurch etwas heller. Damit das richtig funktioniert, muß der Docht vorher gleichmäßig abgebrannt werden, wie oben beschrieben und zusätzlich müssen mit einer feinen Schere überstehende Dochtfasern entfernt werden. Nur dann erhält man ein schönes und gleichmäßiges Flammenbild.

Konstruktionsbedingt sind Flammscheibenbrenner daher problematischer als andere Brenner. Bei den heute hergestellten und auch bei manchen älteren Flammscheibenbrennern ist die Verarbeitung oft nicht richtig präzise. Das hat zur Folge, dass auch bei gleichmäßig abgebranntem Docht an irgendeiner Stelle eine Flammenspitze auftritt und die Flamme dort zu rußen beginnt. Die Flamme muß wieder heruntergedreht werden, wodurch man auch weniger Licht hat.

Bei einem zunehmend warmen Flammscheibenbrenner und auch bei einem zunehmend wärmeren Raum wird die Flamme höher. Passt man nicht auf und dreht den Docht rechtzeitig herunter, beginnt die Flamme rasch zu rußen und kann einem so das Zimmer verunstalten. Ein plötzlich hochbrennder Flammscheibenbrenner ist nicht zu unterschätzen! Das kann soweit gehen, dass neu gestrichen oder tapeziert werden muß. Daher sollte besonders bei Flammscheibenbrenner peinlichst darauf geachtet werden, dass sie wirklich nie und auch nicht kurz unbeaufsichtigt leuchten!

Daher ist bei Flammscheibenbrennern immer etwas Vorsicht angebracht und der beabsichtigte Lichtgewinn gegenüber einem Kosmosbrenner ist bei den einfachen Brennern minimal oder gar nicht vorhanden. Es gab aber auch wirklich hochwertige Flammscheibenbrenner, die sehr viel Licht und Wärme erzeugten, bei einem entsprechend hohen Petroleumverbrauch. In den meisten Fällen ist aber ein Kosmosbrenner viel empfehlenswerter und vor allem unkomplizierter.



Alte defekte Lampen

Alte Lampen, die man z. B. auf einem Flohmarkt bekommt, sind oft defekt. Einer der häufigsten Fehler ist, dass sich der Docht nicht mehr verstellen läßt. Das Dochttriebrad scheint völlig festzusitzen und der Docht ist steinhart und sitzt fest. Läßt sich das Dochttriebrad nicht verstellen, darf keinesfalls mit Kraft versucht werden dies zu bewerkstelligen! Der Dochttransport wird dabei Schaden nehmen (verbogene Welle, lose oder abgerissene Zahnräder) was von einem Laien nicht mehr repariert werden kann.

In diesem Fall sollte man den kompletten Brenner mit dem festsitzenden Docht für ein paar Tage in Aceton legen. Da Aceton an der Luft sehr rasch verdunstet, braucht man dazu ein Gefäß mit Deckel, welches unbedingt Acetonfest sein muß! Dies kann z. B. ein vorher gründlich gereinigtes altes Gurkenglas o. ä. sein. In Aceton wird der Docht wieder weich und Schmutz und Verharzungen im Docht werden gelöst. Sofern der Dochttransport noch in Ordnung ist, sollte er anschließend wieder funktionieren. Möglich ist aber auch, dass es vorher schon jemand anderes mit Kraft probiert hat und der Dochttransport defekt ist.

Bei defekten Lampen oder fehlenden Teilen bekommt man oft auch Hilfe von anderen Sammlern. Reparaturen defekter Lampen werden von der Firma Stuga Cabana angeboten.



Die berüchtigten Lampenexplosionen

In alten Artikeln liest man, dass es zur Zeit der Petroleumlampen hin und wieder zu Lampenexplosionen gekommen sein soll.

In alten Fachbüchern oder Kopien habe ich dazu einiges gelesen. Professoren haben damals auch Untersuchungen durchgeführt. Es kann in der Tat zu Lampenexplosionen kommen, wenn das verwendete Petroleum noch zu viel leichte, flüchtige Bestandteile enthält, die eine Entflammbarkeit unter 21 Grad C haben. Hochgereinigtes Petroleum oder Lampenöl (Paraffinöl) ist von solchen Bestandteilen befreit, und es besteht keine Explosionsgefahr.

Nach den Untersuchungen damaliger Professoren ist ein Teil der Lampenexplosionen eher auf Unfälle wie ein Umkippen oder Herunterfallen von Lampen zurückzuführen, wobei sich das Petroleum entzünden kann, da sich der Brenner beim längerem Betrieb der Lampe stark erwärmt. Eine Vermutung war daher, dass es bei solchen Unfällen weniger richtige Explosionen gab, sondern sich das Petroleum einfach nur entzündet hat.

In ihrer Jubiläumsschrift "Fünfzig Jahre in der Lampen-Industrie" aus dem Jahr 1894 schrieb die Firma Wild & Wessel, dass es ihr nicht einmal gelungen sei, eine Explosion einer Petroleumlampe absichtlich herbeizuführen. Weiter wurde erwähnt, dass ein Herr Dr. Rud. Weber dazu Untersuchungen durchgeführt hat. Es gehört ein penibel genaues Gasgemisch dazu, um eine solche Explosion hervorzurufen. Selbst eine minimalste Abweichung davon und das Experiment mißlingt.

Unklar ist auch, ob die Kraft einer solchen Detonation überhaupt ausreicht, um den Tank der Lampe zu sprengen. Nach Ansicht der Firma Wild & Wessel soll sie dazu nicht ausreichen. Es ist möglich, dass die Glastanks der damals vermeintlich explodierten Lampen schon vorher Sprünge oder Risse gehabt haben.

Natürlich sollte man beim Betrieb einer Petroleumlampe bestimmte Sicherheitsratschläge befolgen! Viele wurden weiter oben schon genannt, vor allem über das richtige Löschen der Lampe und das Nachfüllen von Petroleum.

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