MUSIK

Hier soll es um Musik gehen, die ich besonders beim Petroleumlicht höre bzw. damit in Verbindung bringe. Im Herbst 1993 wurde die Doppel-CD "Scott Joplin Gold" zur musikalischen Standardbegleitung beim Petroleumlicht. Später kamen weitere CD's von Scott Joplin hinzu, u. a. auch Aufnahmen aus neuerer Zeit. So wurde Scott Joplin generell zur Standardmusik beim Petroleumlicht, was ja auch gut passte, weil die meisten dieser Klavierstücke in der Zeit der Petroleumlampen gegen Ende des 19. Jahrhundert komponiert wurden.

Im Herbst 1998 probierte ich eine weitere CD zum Petroleumlicht: "J. S. Bach - Suites (Overtures) No. 1 und 2". Überhaupt passt Klassik sehr gut zu dieser alten Lichtstimmung. Zu nennen wäre hier besonders einer meiner Lieblingskomponisten - Claude Debussy. Mitte der 2000er Jahre kam ich zu dem genialen Pianisten George Winston.

Ansonsten höre ich elektronische Musik (Vangelis, J.-M. Jarre, Klaus Schulze), aber das passt besser zur Astronomie und der Welt der Sterne. James Last und Bert Kaempfert sind weitere Interpreten, die ich ab und zu gerne höre, wobei die verträumten Stücke von Bert Kaempfert ebenfalls für sanfte Beleuchtung sehr geeignet sind.



Scott Joplin

Diese rythmische Klaviermusik (Ragtime) verbinde ich nach wie vor besonders mit dem alten Petroleumlicht. Es gibt sehr alte Aufnahmen, die sich, knisternd und verzerrend, wie von einer uralten Schallplatte abgespielt anhören (die unten genannte Doppel-CD z. B.), sowie auch neue Aufnahmen in hervorragender Klangqualität.

joplin.jpg Besonders gut finde ich die Einspielung von Joshua Rifkin, die seit 1995 eine meiner Lieblingsscheiben bei Petroleumlicht ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Aufnahmen spielt Rifkin die Rags eher langsamer.

Scott Joplin lebte von 1867 bis 1917. Seine selbst komponierten Rags entstanden zwischen 1896 und 1917, also in der Zeit, wo die Petroleumlampe noch in jedem Haushalt vorhanden war. Manche glauben, dass Scott Joplin damals wie wild auf dem Klavier herumfetzte. Das war aber nicht so, Joplin hatte schon damals betont, dass seine Rags langsam zu spielen seien.




Claude Debussy

Dieser französische Komponist, der zwischen 1862 und 1918 gelebt hatte, ist einer meiner Lieblingskomponisten. Seine Musik ist ruhig, verträumt und nostalgisch. Neben Orchesterwerken, von denen das bekannteste "Das Vorspiel zum Nachmittag eines Faun" (L'Aprés-midi d'un faune) ist, hat er auch hervorragende Klavierwerke geschaffen.

Meine beliebtesten Klavierwerke sind "Reverie" und die "Arabesque 1". Aus der "Suite Bergamasque" gefällt mir besonders der Eröffnungssatz "Prelude" und das bekanntete "Clair De Lune". Sehr gut sind auch "Nocturne" oder aus den "Epigraphes antiques" das langsame "Pour invoquer Pan, dieu du vent d'ete".

Die "Images I und II" sind dagegen nicht so melodiös und schon etwas schwieriger. Hier muß man konzentriert in die Werke hineinhören. Bei "Reflets dans I'eau" aus den Images I kann man sich gut verschiedene Reflexionen in einen blitzernden Teich vorstellen. "Cloches á travers les feuilles" aus den Images II heißt soviel wie "Glocken tönen durch das Laub ". Man hat hier wirklich den Eindruck, das Rascheln herbstlicher Blätter sowie das Läuten ferner Glocken zu hören. Gleichzeitig legt sich eine schwere Melancholie über die Landschaft.

klavier.jpg Meine Lieblingswerke von Claude Debussy:




George Winston

Goerge Winston ist mir im März 2006 durch die CD "Forest" aufgefallen. Es handelt um einen Komponisten aus der heutigen Zeit (sog. New Age). Er ist ein wahres Genie auf dem Klavier. Am besten gefällt mir sein Album "December", und von diesem besonders "Thanksgiving", dass eine unglaubliche winterliche Stimmung erzeugt. Kein anderes Album erzeugt eine solche Tiefe wie "December".

winston.jpg Alben:

Auch die anderen Alben sind sehr gut. "Summer" klingt leicht und melodisch, sehr passend zu einem lauen Sommerabend mit Petroleumlicht. Der erste Titel auf "Autumn" gleicht einen schönen Herbsttag, wenn der Sommer vorbei ist und sich die Natur langsam auf ihren Winterschlaf vorbereitet.




David Lanz

David Lanz ist wie George Winston ein heutiger Komponist im Bereich New Age Piano. Auf David Lanz bin ich durch Markus Hübner aufmerksam geworden, der Werke von David Lanz und George Winston interpretiert und Hörproben bei www.mp3.de abgelegt hatte. U. a. war dort seine Interpretation von "Before a Last Leaf Falls" von David Lanz zu hören. Bei diesem Werk hört man wirklich, wie die Blätter im Herbst fallen!

lanz.jpg Ich kenne kein besseres Musikstück zum Thema Herbst, und so sah ich mich um, auf welchem Album von David Lanz es enthalten war:

Schon wenn man das erste Stück auf diesem Album hört merkt man: David Lanz komponiert wirklich hervorragende Klavierstücke!




Bert Kaempfert

Bert Kaempfert war neben James Last einer der besten Bandleader und Orchesterleiter des 20. Jahrhunderts. Leider ist er in der heutigen Welt bei den jüngeren völlig unbekannt. Seine erfolgreichtse Zeit waren die 60er und 70er Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1980. Zu seiner Musik bin ich im Sommer 1995 gekommen, als ich seinen Namen auf dem Cover einer LP von James Last fand. Im Handel fand ich eine gerade wiederaufgelegte CD Collection von Bert Kaempfert und kaufte als mein erstes Album "Golden Memories". Es folgten weitere Alben, bis ich 10 Jahre später alle hatte.

kaempfert.jpg Bert Kaempfert wird eher als Mann der leisen Töne bezeichnet. Seine Orchesterkompositionen sind durchweg langsam und verträumt, es gibt aber auch zündende Arrangements. Ich nenne hier nur einige Alben, die ich besonders oft höre und zu den schönsten zähle, die Bert je gemacht hat:

Kaempferts Musik höre ich am liebsten in der Herbst- und Winterzeit. Gedämpftes Licht innen, nächtliche Landschaften mit alten Straßenlaternen oder auch Räume mit Petroleumlicht passen am besten zu den sanften, beswingten und oft verträumten Melodien. Bert Kaempfert hatte sich in den 60er Jahren ein Grundstück am Brahmsee in Schleswig-Holstein gekauft, wohin er sich oft zurückzog und völlig in Ruhe angeln und komponieren konnte. Es gibt einige Fotos aus dieser Zeit - auf einem davon sieht man im Innern seines Holzhauses das Klavier und darauf steht ... eine schöne Petroleumtischlampe! Denn es gab dort nach Aussage seiner Tochter in der Anfangszeit noch keinen Strom.


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